In der aktuellen iX 06/2008 vom 15.05.2008 ist ein interessanter Artikel über die zwei größten kommerziellen Varianten von Xen: VirtualIron und XenServer von Citrix.
Mit Citrix XenServer und Virtual Iron buhlen zwei Hersteller kommerzieller Virtualisierungsumgebungen um die Gunst der Kundschaft. Beide nutzen Xen als Grundlage und wollen mit ihren Produkten professionelle Anwender ansprechen. Messen lassen müssen sie sich am Branchenprimus VMware.
Statt mit den für Administratoren sehr schnell zugänglichen Kommandozeilentools xm und virsh lassen sich Xen-Domains auch durch immer besser funktionierende grafischen Open Source Tools verwalten. Der Virtual Machine Manager (von RedHat entwickelt, unter GPL) funktioniert sehr gut, mit ConVirt (auch noch als XenMan bekannt) ist in der aktuellen Version 0.8.2 aber auch eine interessante Alternative in der Community erhältlich.
Sie bietet die Möglichkeit Server-Pools zu erstellen und somit über einzelne Xen-Server-Grenzen hinweg die Wartung für mehrere Server zu übernehmen. Dieses Feature ist besonders in Xen-Cluster-Umgebungen sehr interessant und längst nicht bei jedem GUI-Tool enthalten. Mit CentOS 5.1 gab es ein paar Schwierigkeiten beim Verbinden von dem zentralen Management-Server auf einen zu verwaltenden Server. Der tcp-xmlrpc Service zum Fernwarten des Xen-Deamon ließ sich nicht ansprechen und wurde trotz Festlegen der Einstellungen im xend-config.sxp-File nicht angesprochen. netstat enthüllte dann auch, dass gar kein Port für eingehende Verbindungen geöffnet wurde. Eine Anpassung der Datei /usr/lib/python2.4/site-packages/xen/xend/server/XMLRPCServer.py brachte dann den gewünschten Effekt. Der localhost-Eintrag muss in der Zeile self.server = TCPXMLRPCServer(("localhost", 8005), logRequests=False) gelöscht werden. Erst dann wird der Post für ConVirt erreichbar. Danach funktionierte alles reibungslos.
Hier noch eine sehenswerte Präsentation zu den Fähigkeiten von ConVirt:
Ian Pratt, Gründer der Firma XenSource, hat auf der FOSDEM 2008 im März einen Vortrag über Xen (OGG-Video, ca. 330MB) gehalten, sowie die Pläne für die Zukunft erläutert. Neben der Zusammenarbeit mit Intel und AMD besteht auch eine Kooperation mit Samsung, um Xen auf Mobiltelefonen zum Einsatz zu bringen. Weiterhin soll mit dem Open Virtual Format ein gemeinsames Dateiformat geschaffen werden, das die Interoperabilität z.B. zwischen Xen und VMWare sicherstellen soll.
Das Problem äußert sich wie folgt: Nach Auswahl von Xen im Bootmanager erscheinen weder Boot-Messages noch ein Login-Screen auf dem Bildschirm, obwohl der Rechner weiter arbeitet (z.B. sichtbar an HD-LED). Bei mir trat das Problem in einer OpenSUSE 10.3 Text-Installation auf.
Seit Xen Version 3.0.4 wird als Standardkonsole nicht mehr tty sondern xvc verwendet. Der Kernel hat jedoch meist noch noch einen Link zwischen /dev/console und /dev/tty vermerkt. Die Dom0 ist also nicht abgestürzt, die Ausgabe erfolgt nur auf einer nicht angezeigten Konsole. Als Lösungsansatz kann daher in den Bootoptionen im Bootmanager (z.B. Grub) die kernel-Zeile folgendermaßen verändert werden, um die Ausgabe wieder auf tty zu lenken.